| Der Zehnkampf |
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Beim Zehnkampf werden innerhalb von zwei Tagen zehn Einzelwettkämpfe in verschiedenen Disziplinen ausgetragen. Der Zehnkampf besteht aus vier Lauf-, drei Sprung- und drei Wurfdisziplinen. Der Zehnkampf wird nicht umsonst auch die Königsdisziplin der Leichtathletik genannt. Er ist die vielseitigste Disziplin, bei der der Athlet große Ausdauer benötigt. Seit 1912 steht der Zehnkampf im Programm der Olympischen Spiele. Seit 2007 wird der Zehnkampf bei internationalen Höhepunkten nur für Männer ausgetragen. Erst seit Anfang 2005 registriert die IAAF auch Frauenweltrekorde in dieser Disziplin. Traditionell gibt es für die Frauen den Siebenkampf. Regeln Die Ergebnisse der Disziplinen werden nach einer Punktetabelle umgerechnet, die sich am jeweiligen Weltrekord orientiert. Der gültige Weltrekord in jeder Einzeldisziplin wird jeweils mit rund 1200 Punkten angesetzt. Sieger ist der Athlet mit der höchsten Punktesumme aus allen zehn Teildisziplinen. Der erste Wettkampftag beinhaltet 100 Meter, Weitsprung, Kugelstoßen, Hochsprung und 400 Meter. Beim zweiten Wettkampftag steht 110m Hürden, Diskuswerfen, Stabhochsprung, Speerwerfen und 1500 Meter auf dem Programm. Geschichte Als Fünfkampf war der Mehrkampf Teil der Olympischen Spiele der Antike. In der Entstehungszeit der modernen Leichtathletik (ca. ab 1860) wurde er noch nicht betrieben. Der Vielseitigkeits-Zehnkampf, Bestandteil der Olympischen Spiele 1904, wies mit seiner Disziplin-Abfolge große Ähnlichkeit mit dem zu den Olympischen Spielen 1912 eingeführten heutigen Zehnkampf auf. Die Disziplinauswahl und Reihenfolge ist seit diesem Zeitpunkt unverändert. 1911 wurden zum ersten Mal mit diesen Regeln der Zehnkampf ausgetragen. Als Test für die olympischen Spiele 1912 fand in Stockholm am 15. Oktober ein Zehnkampf mit drei Teilnehmern statt, der nur an einem Tag ausgetragen wurde. Zum selben Zeitpunkt fand die 1. Zehnkampfmeisterschaft der Deutschen Sportbehörde für Athletik (DSBfa: Vorläufer des Deutschen Leichtathletik-Verbandes) in Münster statt. Aus diesem Wettkampf ging Karl Halt mit 5060 Punkten als Sieger heraus. Das Gesamtergebnis eines Zehnkampfs wird nach der Punktewertung ermittelt. Die Bewertungstabelle wurde mehrfach geändert, sodass Tabellen von 1912, 1920, 1936, 1952, 1964 und 1985 existieren. Auch die Gewichtung der einzelnen Disziplinen wurde verändert. Die hatte zur Folge, dass in der Statistik frühere Bestleistungen bei nachträglicher Umrechnung oft eine höhere Punktzahl als spätere Leistungen ergeben. Bekannte Sportfunktionäre waren früher Zehnkämpfer: Der spätere Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, Avery Brundage (1887–1975), nahm bei den Olympischen Spielen 1912 im Zehnkampf teil. Im Fünfkampf wurde er Sechster. Karl Halt, Olympiaachter im Zehnkampf (1912), wurde im Nationalsozialismus Reichssportführer und war später in der Bundesrepublik Präsident des Nationalen Olympischen Komitees. Als die bekannteste Mehrkampf-Veranstaltung der Saison gilt das Mehrkampf-Meeting Götzis, was Ende Mai/Anfang Juni ausgetragen wird. Bislang wurden hier drei Weltrekorde aufgestellt: 1980 und 1982 von dem britischen Daley Thompson und 2001 von dem Tschechen Roman Sebrle. Punkteformel
Meilensteine Männer (in Klammern: Umgerechnete Punktezahl nach der seit 1985 gültigen Tabelle)
Frauen
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