Höhentrainingslager für Läufer
Leichtathletik Magazin - Training
Geschrieben von: <a href='/leichtathletik-community/236-despina/profile'>Despina</a>   
Mittwoch, den 19. Januar 2011 um 10:05 Uhr
Im Profisport ist das Höhentrainingslager bereits seit vielen Jahren ein fester Bestandteil der Vorbereitung auf einen Wettkampf. Neben dem Radsport ist das Trainieren auf großer Höhe auch für Läufer und für Jogger vorteilhaft und führt zu Leistungssteigerungen. Dabei gilt jedoch: Überschätzen Sie sich nicht! Sonst kehren sich die möglichen Vorteile schnell in Nachteile um.

Um die positiven Trainingseffekte eines Höhenlageraufenthaltes optimal zu erfahren, muss der Aufenthalt im Trainingslager mindestens 3 Wochen oder länger andauern. Dies bedarf einer langfristigen Planung. Zudem empfiehlt es sich, mindestens 2 Wochen vor Wettkampfbeginn wieder auf die Normalhöhe zurückzukehren, um dem Körper die Chance zu geben, sich wieder rechtzeitig zu akklimatisieren.

Ein Aufenthalt im Höhentrainingslager wird bei Profisportlern in Betracht gezogen, wenn eine Leistungssteigerung im Flachland nur noch schwer möglich ist und neue Trainingsimpulse gefunden werden müssen. Für Hobbyläufer hingegen kann ein Aufenthalt in einem Trainingslager in großer Höhe neue Laufimpulse geben und den Spaß am Laufen wieder neu entfachen. Dabei werden jedoch nicht die gleichen Trainingseffekte wie bei einem Profisportler erzielt.

Aber was genau passiert nun in einem Höhentrainingslager? Ab einer Höhe von ca. 1.800 m wird der Luftdruck deutlich geringer. Dieser Umstand führt dazu, dass der Körper weniger Sauerstoff bekommt. Durch die verringerte Sauerstoffzufuhr ermüden die Muskeln früher und der anaerobe Stoffwechsel verschlechtert sich. Der Körper des Trainierenden versucht nun durch eine vermehrte Bildung von roten Blutkörperchen die verringerte Sauerstoffaufnahme auszugleichen. Dadurch wiederum wird die Ausdauerleistung des Trainierenden erhöht, die dann mit in den Wettkampf genommen werden kann.

Natürlich gibt es auch einige wichtige Regeln beim Besuch eines Trainingslagers in großer Höhe, die zu beachten sind. Um den Effekt des Höhenlagers überhaupt spüren zu können sollte der Trainierende mindestens 16 Stunden pro Tag über 1.800 m verbringen. Je höher das Trainingslager liegt, desto mehr Flüssigkeit muss der Trainierende zu sich nehmen. Auch Überanstrengung ist auf dieser Höhe zu vermeiden. Der sogenannte Höhenrausch setzt schnell ein und motiviert anfänglich zu mehr Leistung, die den Körper aber nur schwächen, anstelle ihm gutzutun. Durch die vermehrte Anstrengung verbraucht der Körper mehr Energie, die durch zusätzliche Aufnahme von Kohlehydraten wie Pasta oder Kartoffeln wieder ausgeglichen werden muss. Eine gesunde Ernährung ist auf großer Höhe noch wichtiger als im Flachland.

In den Alpen gibt es verschiedene Standorte, die Höhentrainingslager anbieten. Hier haben sich auch Trainingsspezialisten angesiedelt, die Lauftraining auf größeren Höhen und eine ganzheitliche Läuferbetreuung anbieten. Bekannte Trainingsgebiete sind das Pitztal in Österreich, Seefeld, auch zum Schifahren lernen geeignet und Davos in der Schweiz.

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