Muskelfaserriss - Diagnose, Symptome, Behandlung, Reha und Prävention
Leichtathletik Magazin - Gesundheit
Geschrieben von: <a href='/leichtathletik-community/64-athletiko-team/profile'>Athletiko-Team</a>   
Donnerstag, den 04. November 2010 um 16:40 Uhr
Mögliche Einbuchtungen oder zusammengezogene Muskelanteile weisen darauf hin, dass mehrere Muskelfasern gerissen sind. Die betroffene Körperregion schwillt an. Besonders betroffen sind Sportler, die aufgrund der Anforderungen der jeweiligen Sportart schnell beschleunigen oder abstoppen müssen. 

Symptome
Die Schmerzen bei einem akuten Muskelfaserriss sind meist durch einen plötzlich einschießenden Schmerz gekennzeichnet. Bereits kurz nach der Verletzung bildet sich eine sicht- und tastbare Delle im Muskel, die allerdings in der Regel durch die eintretende Schwellung innerhalb eines Tages nicht mehr sicht- und tastbar ist.
Aufgrund starker Schmerzen wird die Muskelkraft und die Bewegungsfähigkeit über einen längeren Zeitraum erheblich eingeschränkt. Besonders störend wirkt sich die eingeschränkte Kontraktionsfähigkeit im Verletzungsbereich aus, sodass gewohnte Bewegungsabläufe stark beeinträchtigt werden. Auch ein Druckschmerz beim Abtasten des Muskels sowie die Bildung eines Blutergusses, sind weitere Anzeichen für einen Muskelfaserriss.

Therapie
Im Akutfall wird die PECH-Regel (P=Pause, E=Eis, C=C(K)ompression, H= Hochlagerung) angewendet.
Durch die Wirkung der Kälte ziehen sich die Gefäße zusammen und es kommt zur Relaxation der Muskulatur. Wärme ist daher aufgrund von Gefäßausdehnung nicht zu empfehlen. Die Kühlung der betroffenen Stelle sollte in den ersten 24 Stunden nach der Verletzung öfter wiederholt werden. Ergänzend können kühlende Salben und entzündungshemmende Medikamente angewendet werden.
Als weitere schmerzlindernde und regenerations-beschleunigende Maßnahme ist die Kompression des betroffenen Muskels sehr wichtig. Dies kann durch das regelmäßige Tragen einer Bandage (z.B. für den Oberschenkel die 7740 von Rehband) ermöglicht werden. Auch bei Wiederaufnahme des sportlichen Trainings sollte die Bandage zum Schutz eines erneuten Muskelfaserrisses getragen werden. Die Wiedereingliederung in das Training sollte anfangs langsam und schrittweise erfolgen.

Ein chirurgischer Eingriff (findet nur bei Muskelsehnenrupturen/Muskelriss größeren Ausmaßes mit Funktionseinschränkung statt) ist besonders bei Sportlern notwendig, da sich der Muskel nicht selbst rekonstruieren kann. Es kommt zu Deformationen und Funktionsstörungen. Nach einer OP erfolgt eine 6-wöchige Ruhigstellung des betroffenen Muskels, um ein erneutes Zerreißen zu verhindern.

Als Folge des Muskelfaserrisses kommt es zu lokalen Vernarbungen in der Muskulatur, die meist subjektiv kaum bemerkt werden.

Prävention
Präventiv, damit solch eine Verletzung gar nicht erst auftreten kann, sollte sich der Sportler vor der Bewegung ausreichend aufwärmen und leicht dehnen.
Das Auskühlen der Muskulatur, sowie muskuläre Dysbalancen sollten unbedingt vermieden oder ausgeglichen werden. Aktive Vorbeugung gegen Ermüdung und Flüssigkeitsverlust sind weitere präventive Maßnahmen, um die Verletzung zu vermeiden.

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